4.2 Bildanalyse: „Die blaue Vase“
(1885-1887)
Meine erste Empfindung
Man sieht eine Vase aus blauem Glas mit weitem Hals auf
hellem Untergrund stehen. Dahinter steht ein weißer Teller, der durch die
Vase verdeckt ist.
Die Ursache meiner Empfindung
Die Blumen sind nur schwer zu erkennen, offensichtlich
handelt es sich aber um violette Iris (Blume links oben) umgeben von anderen
Blumen, darunter Alpenveilchen und Geranien. Im Gegensatz zu seinen
Künstlerkollegen interessierte sich Cezanne nie besonders für
derartige Motive.
Die blaue Vase hebt sich vor dem weißen Teller ab.
Sie verschmilzt mit dem Blau der Wand, als wolle sie vollkommen darin
eintauchen.
Die Äpfel liegen genau in einer Flucht, einer
berührt fast die Vase, die beiden anderen am Bildrand liegen dicht
nebeneinander.
Im Hintergrund steht neben dem weißen Teller eine
klein braune Flasche mit Etikette. Die Harmonie der Farben ist bewundernswert.
Was ist mein erster Eindruck?
Jeder Gegenstand scheint eine eigene Rolle zu
spielen.
Was erkenne ich konkret?
In dieser Komposition hat jeder Gegenstand einen eigenen
Platz.
Die blaue Vase scheint sich bewegen zu wollen, da sie
nicht gerade steht, sondern nach links geneigt ist. Sie scheint alle Blicke auf
sich zu ziehen. Sie wirkt im Gegensatz zu den anderen Gegenständen
kunstvoll, prächtig, so als wolle sie durch ihre Größe den
anderen sagen: „Seht mich an, wie schön ich
bin!“
Die Blumen scheinen schwer zu werden, sie haben ein
umfangreiches Volumen und ergänzen sich perfekt zur Vase, als ob beide,
Blumen und Vase, miteinander verbunden und nicht mehr auseinanderzubringen
wären. Die Vase ist von den Blumen abhängig und umgekehrt. Beide
brauchen einander. Zusammen erzeugen sie Kraft und strahlen auch Harmonie
aus.
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