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Paul Cèzanne

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Die auf dem Bauch liegende Figur besitzt nicht nur einen seltsam aufgeblähten Leib, sondern ihr Unterkörper scheint auch falsch an ihren Rumpf angesetzt, da die Wirbelsäule auf die linke Seite des Beckens trifft. Die links ins Bild schreitende Badende stützt sich auf einen seltsam langen und kräftigen Oberschenkel. Die rechts sitzende Figur scheint gar keine Unterschenkel zu besitzen, dafür aber einen sehr großen Oberkörper.

Cezanne wollte kein Ideal darstellen. Seine Badenden sind keine Individuen mehr, sie sind Objekte.

Cezanne benutzte für seine Badenden lieber Fotografien oder Skizzen als nackte Modelle, in deren Gegenwart er sich unbehaglich fühlte.

Figuren und Vegetation sind eng miteinander verbunden. Die Gruppe der Badenden verschmilzt mit der Vegetation zu einer Enheit, in der die Zeit keine Rolle mehr zu spielen scheint. Die Harmonie mit der Natur scheint bei diesem Bild klaren Ausdruck zu finden. Die Pinselstriche, Farbtupfen und Farbflächen lassen eine lebhafte Formenvielfalt entstehen.

Die wenigen Farben – ein transzendentes, in Violett spielendes Blau und ein in Ocker übergehendes Gelb, das sich im Bereich des Blattwerkes mit dem Blau zu einem lichten Grün vermischt – verbinden sich mit dem hellen Papiergrund zu einer Komposition von äußerster Feinheit und Harmonie. Die beiden Gruppen von Badenden an den Bildrändern stehen nicht isoliert voneinander, sondern sind umschlossen von einer Naturbühne. Sonnenflecken, die durch das Blätterdach der Bäume fallen, verbinden sie.

Die Frauen in den Badenden sind anonyme Wesen, ohne Persönlichkeit, ohne Ausdruck, deren formale Gestalt dem Maler wichtiger war als ihre Individualität. Denn Cezanne kommt es in erster Linie auf das malerische Ensemble an, auf den Zusammenhang von Figur und Natur, von Form und Farbe.

3.3 Bildanalyse: „Die großen Badenden“


Meine erste Empfindung

In diesem Bild gibt es keine männlichen Figuren, man sieht nur Frauen, die sich mit etwas beschäftigen, sie existieren ganz für sich.


Die Ursache meiner Empfindung

Im Hintergrund fällt der Blick auf eine Vegetationsgruppe und auf zwei Gestalten, die auf der anderen Uferseite in sehr hellem Licht zu erkennen sind. Die zwei Wesen sind in der Bildmitte zu sehen und für den Betrachter scheinen sie auch eine Bedeutung zu haben. Die erste Gestalt scheint ein Mann zu sein, der seine Arme verschränkt und die Frauen am anderen Ufer beobachtet. (Vielleicht ist dieser Mann Cezanne selbst, der sich vor Frauen schützt; er hatte ja Probleme mit Frauen.) Die andere Figur könnte vielleicht ein Kind oder ein Tier sein.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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