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Paul Cèzanne

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Cezanne, der hauptsächlich Landschaften und Stilleben malte, aber auch Portraits, wusste, dass er das Naturbild veränderte. Er nannte sein Schaffen „Realisieren“: Cezanne malt, was er sieht, und nicht das, was er weiß. Er sieht die Natur in einem ursprünglichen Zustand und setzt das Gesehene um in eine neue, von seinen Empfindungen getragene Wirklichkeit, er „realisiert“ die Natur neu. „Wenn man sich zu viel einmischt, verpfuscht alles.“

Er wollte seine Bilder „parallel“ zur Natur entstehen lassen, deren harmonisches Gefüge aus Proportionen, Rhythmik und Farbakkorden er erahnte. Cezanne geht es nicht um Stimmung und Handlung, sondern um Form, Farbe und Struktur.

Für viele Menschen war er zu ungeduldig, als Modelle ertrug er nur Familienangehörige und enge Freunde.

Er malte fast ausschließlich in der Gegend von Paris und in seiner Heimat Aix-en-Provence. Bestimmte Plätze malte er immer wieder, z. B. die Badenden oder den Mont Sainte Victoire etwa sechzig mal. Noch am Ende seines Lebens befand er sich in einer künstlerischen Weiterentwicklung und murrte wie eh und je.

Cezannes Bedeutung wurde zu seinen Lebzeiten nur von wenigen Zeitgenossen erkannt. Nicht einmal das Museum seiner Heimatstadt legte Wert auf seine (geschenkten) Bilder. 1906 starb der Meister an den Folgen einer Verkühlung, die er sich beim Malen im Freien zugezogen hatte. Nur wenige verstanden Cezanne.

2.3 Stil – Maltechnik

Der Impressionismus war für Cezanne im Grunde ein Durchgangsstadium. Durch Pissarros Anraten setzte Cezanne die Farbe jetzt nicht mehr mit dem Messer oder einem breiten Pinsel auf die Leinwand, sondern strukturierte die Bildfläche durch parallele, kleine, kontrolliert gesetzte Striche.

Seine Bilder gewannen an Kompaktheit, die Farben wurden dichte Materie. Alles Atmosphärische und Momentane verbannt er. Die Farbe wird im Hintergrund nicht schwächer, sondern sie hat überall im Bild die gleiche Intensität. Dadurch werden die einzelnen Bildebenen farblich zu einer Einheit zusammengefasst. Die Landschaften z. B. erstarren, weil ihnen alles Zeitliche genommen ist. Mit dem farbigen Pinselstrich arbeitete Cezanne die Gegenstände heraus, sie entstehen aus und durch die Farbe, nicht durch Zeichnung.

Die schrille Atmosphäre der Großstadt konnte Cezanne nichts geben, da sie ganz auf das Momentane und den Augenblick ausgerichtet ist. In der Provence hingegen fand er die Bildmotive, die er auf seiner Suche nach Beständigkeit brauchte. Denn die Landschaft z. B. wechselt ihr Kleid im Laufe der Jahreszeiten nur wenig, die Vegetation ändert sich kaum.

Cezanne gelingt es Harmonie im Bild zu erzeugen. „Malen heißt nicht, den Gegenstand sklavisch kopieren; Malen heißt eine Harmonie zwischen zahlreichen Verhältnissen erfassen, sie in eine eigene Farbskala übertragen, indem man sie nach einer neuen und originellen Logik entwickelt.“ (Cezanne in der Provence, S. 63)

Cezanne verwendete offensichtlich nur wenige Farben. Die drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb verwendete er oft. In den Anfängen seiner Technik benutzte er einen großen runden Haarpinsel, er trug Farbtöne auf eine dunkle grundierte Leinwand auf, die vom Hellen zum Dunkeln übergehen. In den düsteren Tönen zeigt sich die innere Ruhelosigkeit des Künstlers schon in seinen Anfängen.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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