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| ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 ISBN: 3423050012 | ||||||||||||||
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Cezanne, der hauptsächlich Landschaften und
Stilleben malte, aber auch Portraits, wusste, dass er das Naturbild
veränderte. Er nannte sein Schaffen „Realisieren“: Cezanne
malt, was er sieht, und nicht das, was er weiß. Er sieht die Natur in
einem ursprünglichen Zustand und setzt das Gesehene um in eine neue, von
seinen Empfindungen getragene Wirklichkeit, er „realisiert“ die
Natur neu. „Wenn man sich zu viel einmischt, verpfuscht
alles.“
Er wollte seine Bilder „parallel“ zur Natur
entstehen lassen, deren harmonisches Gefüge aus Proportionen, Rhythmik und
Farbakkorden er erahnte. Cezanne geht es nicht um Stimmung und Handlung, sondern
um Form, Farbe und Struktur.
Für viele Menschen war er zu ungeduldig, als
Modelle ertrug er nur Familienangehörige und enge Freunde.
Er malte fast ausschließlich in der Gegend von
Paris und in seiner Heimat Aix-en-Provence. Bestimmte Plätze malte er immer
wieder, z. B. die Badenden oder den Mont Sainte Victoire etwa sechzig mal. Noch
am Ende seines Lebens befand er sich in einer künstlerischen
Weiterentwicklung und murrte wie eh und je.
Cezannes Bedeutung wurde zu seinen Lebzeiten nur von
wenigen Zeitgenossen erkannt. Nicht einmal das Museum seiner Heimatstadt legte
Wert auf seine (geschenkten) Bilder. 1906 starb der Meister an den Folgen einer
Verkühlung, die er sich beim Malen im Freien zugezogen hatte. Nur wenige
verstanden Cezanne.
2.3 Stil – Maltechnik
Der Impressionismus war für Cezanne im Grunde ein
Durchgangsstadium. Durch Pissarros Anraten setzte Cezanne die Farbe jetzt nicht
mehr mit dem Messer oder einem breiten Pinsel auf die Leinwand, sondern
strukturierte die Bildfläche durch parallele, kleine, kontrolliert gesetzte
Striche.
Seine Bilder gewannen an Kompaktheit, die Farben wurden
dichte Materie. Alles Atmosphärische und Momentane verbannt er. Die Farbe
wird im Hintergrund nicht schwächer, sondern sie hat überall im Bild
die gleiche Intensität. Dadurch werden die einzelnen Bildebenen farblich zu
einer Einheit zusammengefasst. Die Landschaften z. B. erstarren, weil ihnen
alles Zeitliche genommen ist. Mit dem farbigen Pinselstrich arbeitete Cezanne
die Gegenstände heraus, sie entstehen aus und durch die Farbe, nicht durch
Zeichnung.
Die schrille Atmosphäre der Großstadt konnte
Cezanne nichts geben, da sie ganz auf das Momentane und den Augenblick
ausgerichtet ist. In der Provence hingegen fand er die Bildmotive, die er auf
seiner Suche nach Beständigkeit brauchte. Denn die Landschaft z. B.
wechselt ihr Kleid im Laufe der Jahreszeiten nur wenig, die Vegetation
ändert sich kaum.
Cezanne gelingt es Harmonie im Bild zu erzeugen.
„Malen heißt nicht, den Gegenstand sklavisch kopieren; Malen
heißt eine Harmonie zwischen zahlreichen Verhältnissen erfassen, sie
in eine eigene Farbskala übertragen, indem man sie nach einer neuen und
originellen Logik entwickelt.“ (Cezanne in der Provence, S.
63)
Cezanne verwendete offensichtlich nur wenige Farben. Die
drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb verwendete er oft. In den Anfängen
seiner Technik benutzte er einen großen runden Haarpinsel, er trug
Farbtöne auf eine dunkle grundierte Leinwand auf, die vom Hellen zum
Dunkeln übergehen. In den düsteren Tönen zeigt sich die innere
Ruhelosigkeit des Künstlers schon in seinen Anfängen.
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